Lilienregen
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Februar 2007. Es war dieses Haus, welches meiner Schwester ziemlich Angst machte. Wir hatten Glück für solch einen kleinen Preis ein 2000 m² Grundstück zu bekommen (2 nebeneinander liegende Häuser, ein riesiger Garten und noch ein Stück Feld). Meine Schwester, mein Bruder und ich wurden im Neubau untergebracht, während meine Mutter und ihr neuer Freund im Altbau blieben. Der Neubau wirkte anfangs kalt, dunkel und auch gruselig. Die Fenster waren mit Gittern abgeschottet, denn der Vater unserer Vermieter lebte vorher hier und da er unglaublich paranoid war, schottete er alles ab, zog sogar eine Mauer und ein Tor zwischen beide Häuser und lebte in sich zurückgezogen. Schließlich starb er auch in diesem Haus.  Sehr beruhigend...
Das alte Schlafzimmer, wo auch der Mann starb wurde zu unserer eigenen Küche, sein Wohnzimmer zum Kinderzimmer.  Vorerst bekam mein Bruder ein Zimmer unten und meine Schwester und ich blieben in dem großen Zimmer. Es gab noch zwei kleine Räume, die Büro und Gästezimmer wurden. 2 Bäder (wovon eines bis heute noch nicht ausgebaut ist) und eine große Werkstatt.

Unsere neue Schulen waren eine Haupt- (auf die meine Schwester ging) und eine Realschule (auf der ich war) direkt nebeneinander. Noch waren sie getrennt, später sollten sie eine Gemeinsame Schule werden aber das wussten wir bis dato noch nicht. Ich war noch immer unglaublich schüchtern und ziemlich unnahbar. Aber meine Klasse und die Lehrer schienen nett. Als ich nach Hause kam war das erste, was meine Schwester sagte, und hier änder ich aus bestimmten Gründen den Namen der Stadt, : " Ich dachte Elmshorn wär ein kleines Kaff... jetzt weiß ich, dass es ein großes Kaff ist"
Im Gegensatz zu mir waren ihre Klassenkamaraden alles Idioten. Sie hatte an der Hauptschule 80 % Ausländeranteil und viele Schüler waren Leute die nur Mist im Kopf hatten. An sich hatte die Schule keinen Guten Ruf. Wir waren das alles nicht gewohnt, denn woher wir kamen war der Ausländerteil nicht so riesig und die Leute waren alle nett zueinander.

Schnell sollte sie merken, dass sie es nicht leicht haben würde. Schon Tage später kam sie mit blauen Flecken nach Hause, Mitschüler hatten sie mit harten, faustgroßen Papierbällen beworfen. Um sich anzupassen, lernte sie schnell, dass sie deren Regeln befolgen musste und genauso wie sie zu sein. 1 Jahr später hatte sie den Ruf "Dorfmatratze". Ich denke das spricht für sich.
Während meine Schwester also die großen und kleinen Sünden "ausprobierte" um sich ihrer Umgebung anzupassen, lernte ich neue Leute kennen (auch von der Hauptschule durch meine Schwester) und vertiefte mich mehr auf meine Hobbys. Schule war anstrengend und nervig, aber meine Freunde hielten mich soweit gut bei Laune.
Der Stress fing erst langsam aber sicher zu Hause an.
Ich musste viel Hausarbeit erledigen, klar musste ich das schon immer aber ich sag gar nicht ein warum ich zwei Haushalte führen sollte, wo ich doch gerade soviel zu entdecken hatte. Ich half schon so wo ich konnte, immerhin hatte ich noch meien beiden Geschwister und die Schule viel mir immer schwerer. Wenn ich Probleme hatte, wollte meine Mutter nichts davon wissen und sagte immer ich würde übertreiben. Eigentlich hatte ich schon längst aufgegeben von meiner Mutter Aufmerksamkeit zu wollen, aber es schmerzte noch immer. Dieses Gefühl allein zu sein. Oft stritten wir uns und ich hatte manchmal wirklich Angst vor ihr, sie könnte gleich ein Messer nehmen und auf mich losgehen. Sie schaffte es wirklich oft so ungehalten zu sein, dass ich panische Angst bekomme. Vor meiner eigenen Mutter.

Zum einen erlebte ich eine wunderschöne Zeit mit meinen Freunden, der Kreis hatte sich ziemlich vergrößert und natürlich war meine beste Freundin wiederdie Außenseiterin der Klasse (irgendwie kam ich mit denen ganz gut klar). Aber ich verstand mich auch mit den anderen. Wir waren oft auf Partys, haben lange Zeit am See gechillt (teilweise wochenlang gezeltet in den Ferien) und eine schöne Zeit gehabt.
Auf der anderen Seite war das Leben in meiner Familie immer schwerer und schwerer. Oft ignorierte mich meine Mutter wenn wir uns gestritten haben oder verhängte die unnötigsten udn gemeinsten Strafen über mich (ich finde mic  6 Wochen Hausarrest oder dem Verbot mit auf Klassenfahrt zu gehen ist man schon gestraft genug). Ich verlor mich immer weiter in meine Welt und vernachlässigte dabei sehr viel. Irgendwie schaffte ich es immer weniger mich auf die Schule zu konzentrieren. Schwänzte dann auch oft und hatte viele Albträume.

Manchmal wachte ich mitten in der Nacht auf und konnte vor Übelkeit nicht mehr schlafen. Oft blieb ich dann 5 Stunden oder länger vor der Schüssel und hockte dort bis in den Morgen. Jedes mal, wenn ich mal länger nicht zu Hause war, fühlte ich mich besser.
Ich wollte etwas ändern, meine Noten wurden immer schlechter, aber irgendwie konnte ich nicht und wurde immer depressiver. Ich flüchtete in die Internetwelt und dort lernte ich ihn kennen...
Und sie.
Zwei Menschen, die viel in meinem Leben kaputt machen sollten und ich mich nur langsam davon erholen würde.

Ich möchte am Anhang nocheinmal sagen, dass es mich nicht interessiert, wenn andere Leute meinen "So schlecht hattest du es jetzt nun auch wieder nicht". Ich arbeite für mich selbst alles wieder auf und zudem nimmt jeder solche Erlebnisse immer anders wahr und verarbeitet sie auch anders.

3.7.13 15:26
 


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